Rezension: Von Mythen, Sagen und Legenden

25. Januar 2026

Clarke-Duo: Lina Kochskämper (Flöte),  Viktor Soos (Klavier)

Von Mythen, Sagen und Legenden

Es war ein Abend zum Träumen! Ja, das junge Clarke-Duo Lina Kochskämper und Viktor Soos bescherten dem Kuwi-Publikum einen musikalischen  Hochgenuss.  Schon die beiden Künstler in ihrem harmonischen Zusammenspiel beobachten zu dürfen, war ein Genuss.  Bereits die ersten zwei Sätze des Komponisten Jules Mouquet (1867 – 1946) ließen die große Virtuosität der Künstler erahnen. „La Flute de Pan“ , bezogen auf den Gott der Hirten und der Natur, der „nach der griechischen Mythologie die Panflöte erschaffen hat“ – so Hans Sauer in seinem wunderbar detaillierten Programm Hinweis –  erklang in ihrer ganzen Schönheit. Man konnte die Vögel förmlich zwitschern hören („Pan und die Vögel“).

Das Solostück Syrinx von Claude Debussy (1862 – 1918) wurde stimmungsvoll interpretiert von Lina Kochskämper. Eine andächtige Stille herrschte, nachdem die letzten Töne verklungen waren.

Viel Gefühl vermittelten auch die vier Sätze von Carl Reinecke (1824-1910), ging es doch um die Geschichte der Wasserfrau Undine, die durch die Liebe eines Ritters aus unglücklicher Seelenlage erlöst wurde. Dieses Stück stelle hohe spieltechnische Anforderungen an die Solisten, so Hans Sauer. Dieses Können stellten die Beiden auf jeden Fall unter Beweis.

Nach der Pause ging es zunächst um den „Reigen seliger Geister“ von Christoph Willibald Gluck (1714-1787). Dieser Musik liegt die Geschichte aus der antiken Mythologie zugrunde, wonach  Orpheus seine Eurydike nur unter der  Bedingung aus der Unterwelt retten durfte, wenn er es fertig brächte, sich nicht nach ihr umzudrehen. Er schaffte dies nicht, aber  die Musik schaffte es, das Publikum in Begeisterung zu versetzen.

Vor dem letzten offiziellen Programmpunkt, nämlich Franz Schuberts (1797-1828) Introduktion, Thema und Variation über „Ihr Blümlein alle“ las Nina Kochskämper noch ein dazu passendes romantisches Gedicht. Das Clarke-Duo beendete dieses gefühlvolle Stück mit einem „triumphierenden Finale“, dem der Pianist einen besonders virtuosen Akzent gab.

Das euphorisch applaudierende Publikum, das sich sogar zum  Füße-Trampeln,  lauten Zurufen etc. hinreißen ließ (wann hat man dies zuvor schon mal bei Kuwi Klassik erlebt!) wurde belohnt durch eine Zugabe von César Frank (1822-1890).

Dorothee Evers