„Gibt’s kein Programm?“, fragte ich eingangs. Nein, die Künstler wissen selbst noch nicht, was sie spielen, sagte Herr Schadt-Kirschner. Sollte auch nicht nötig sein, sondern eher spannend, wie sich herausstellte. Bettina Starke freute sich mit Recht über volles Haus.
„Fingerstyle, Folk und Filmmusik“ war der Titel des Abends. Gut, dass sich Sönke Meinen und Philipp Wiechert einst auf einem Campingplatz kennenlernten und sich, wie sie in ihrer abwechslungsreichen Moderation erzählten, nicht mehr aus den Augen verloren. Sie sind ein mitreißendes Duo, sowohl musikalisch als auch in der Moderation. Sie können sich aufeinander verlassen, wie auch an diesem Abend, als sie noch backstage am Programm feilen mussten, weil es Philipp durch Verspätungen mit der Bahn gerade noch rechtzeitig geschafft hat.
Es sollte ein sehr stimmungs- und variationsreiches Programm werden mit begeisternder Improvisationsfreude der beiden Künstler. Hier nur einige Highlights.
Mal performten sie solo oder als Duo. Die Musette „Pardon my French“ brachte französisches Walzer Flair, der improvisierte Jazz-Standard „A Night in Tunesia“ riss einen fast von den Stühlen, mit „Marmoris“ kamen andalusische Klänge zu Gehör. Die Ballade „Piano“ wurde sehr gefühlvoll vom Duo interpretiert, fast zum Träumen. Aber auch die Soli waren sehr stimmungsvoll. Bei „Fake Forgery“ zeigte Sönke Meinen sein enormes Geschick. Die Finger flogen nur so über die Seiten. Eine Improvisation von „Let it be“ von den Beatles war eine Herausforderung ans Publikum. Würden wir es erkennen? Aber Ja!
Philipp Wiechert glänzte mit seinem Solo „Kommune 18“.
„Fool’s Paradise“ hatte Krimigeschichte. Sehr witzig beschrieben die beiden, wie sich einst Philipp zweifach an der hohen E-Seite geschnitten hatte. Trotzdem wagten sie sich auch an diesem Abend wieder mit Elan an dieses anspruchsvolle Stück..
Die Technik-AG des LMG unter Herrn Kollstede brachte wieder die besondere Varieté-Stimmung auf die Bühne. Danke!
Lang anhaltenden Applaus gab es für die beiden Künstler nach einem ganz besonderen Abend.
Dorothee Evers
26.2.2026

